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Rudi Assauer

Rudi Assauer

Rudi Assauer führte in seiner Zeit als Manager Schalke 04 in die Spitze des europäischen Fußballs und gilt neben Uli Hoeneß als bedeutendster deutscher Fußballmanager der letzten 15 Jahre. In seiner Amtszeit von 1993 bis 2006 wurde Schalke 04 UEFA Cup-Sieger, zweifacher Pokalsieger und mit der 4 Minuten-Meisterschaft 2001 "Meister der Herzen".

Rudi Assauer ist kantig, geradeaus, meinungsfreudig und dazu charmant unterhaltsam.

Vita:

Er wurde am 30. April 1944 in Altenwald/Saar geboren.

"Ich bin in einer Zeit groß geworden, als es den Menschen nicht gut ging. Für mich gab es nichts anderes als Fußball, ich habe noch in Trümmern gespielt. Wir hatten einen Ball aus alten Kleidungsstücken. Bei mir war das früher so: Aus der Schule raus, Tonne in die Ecke, was gegessen, meistens Eintopf, und dann bis zur Dunkelheit gepölt. Hausaufgaben brauchte ich nicht zu machen, denn meine Schwester war in der gleichen Klasse. Ich habe immer abgeschrieben."

Mit 14 verlässt er die Schule und erlernt den Beruf des Stahlbauschlossers - nach der Ausbildung arbeitet er für ein halbes Jahr auf der Zeche "Ewald" in Gelsenkirchen.

1962 unterschrieb Assauer seinen ersten Vertrag bei der Spielvereinigung Herten, für die er dann auch in der Regionalliga-Saison 1963/64 23 Partien bestreitet und 3 Tore erzielt. Während seines Wehrdienstes in Unna fällt Presseoffizier Major Rhein das Talent auf. Mit der Deutschen Bundeswehrnationalmannschaft ist Assauer bei der Endrunde der Internationalen Militärmeisterschaft in der Türkei erfolgreich. Assauer erinnert sich: "Wir sind Dritter geworden. Die Spieler, die dabei waren, sind dadurch bekannt geworden - Borussia Dortmund hat mich deshalb verpflichtet." Dortmund nimmt den jungen Spieler 1964 unter Vertrag. Gleich im ersten Jahr gewinnt er mit dem BVB den DFB-Pokal, ein Jahr darauf sogar, mit einem nicht erwarteten 2:1-Sieg in Glasgow gegen den FC Liverpool, den Europapokal der Pokalsieger. Neben seiner sportlichen Karriere erhält Assauer die Möglichkeit, eine Ausbildung zum Bankkaufmann zu absolvieren.

1970 wechselt Rudi Assauer - nach 119 Bundesligaspielen und 8 Toren für den BVB - zum SV Werder Bremen. Von 1970 bis 1976 bestritt er für Werder Bremen insgesamt 188 Bundesligapartien, bei denen er vier Mal traf. Mit 32 Jahren beendet er seine aktive Laufbahn abrupt. Bremens Vereinspräsident Franz Böhmert macht ihn - quasi über Nacht - zum jüngsten Bundesliga-Manager aller Zeiten.

1981 wechselt er überraschend vom schon feststehenden Aufsteiger Werder Bremen zum Fast-Absteiger FC Schalke 04. Assauer war überzeugt, "dass man in Schalke was Großes schaffen kann."

Fünf sportlich wechselhafte Jahre endeten 1986 mit seiner Entlassung. "Der damalige Präsident und ich hatten uns überworfen, es ging nicht mehr." In den folgenden Jahren verfolgt er das Bundesligageschehen nur noch von den Zuschauertribünen und im Fernsehen. Er kehrt nach Bremen zurück und ist als Immobilien-Manager tätig.

1990 kehrt er auf die Fußballbühne zurück, wenn auch "nur" beim damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg, der dann in der Saison 1991/92 nur knapp den Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga verpasst. Am 01. April 1993 kehrt er, auf Initiative von Präsident Günther Eichberg, zum FC Schalke 04 zurück. Der Verein liegt wirtschaftlich am Boden - es droht sogar der Lizenzentzug. Es gelingt, die Lizenz zu erhalten, auch ein Punktabzug kann abgewendet werden. "Wir nahmen uns vor, bis 1998 international zu spielen." Dieses Ziel wird überraschenderweise schon zwei Jahre früher erreicht.

1996 beendet der FC Schalke 04 die Saison auf dem 3. Tabellenplatz und qualifiziert sich damit für den UEFA-Cup. Schalke 04 gewinnt in einem denkwürdigen Finale gegen Inter Mailand den UEFA-Pokal. Sein Name ist untrennbar mit der Idee eines eigenen Stadions, der Arena auf Schalke, verbunden, die ohne ihn so nie entstanden wäre.

Noch vor der Eröffnung der neuen Multifunktionsarena erlebt der FC Schalke 04 am 19.05.2001 das denkwürdigste Saisonfinale in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. Nur ein wenig mehr als 4 Minuten fehlen im Fernduell mit dem FC Bayern München, um die erste Deutsche Meisterschaft seit 1958 zu feiern. Noch heute leidet der Ex-Manager des FC Schalke 04, wenn er an diesen Tag zurückdenkt - auch die DFB-Pokalsiege 2001 und 2002 konnten da keine Entschädigung sein.

Auch außerhalb des Bundesliga-Fußballs verzeichnet Rudi Assauer Erfolge: Am 2. Februar 2006 erhält Assauer gemeinsam mit Lebensgefährtin Simone Thomalla, den Fernsehpreis "Goldene Kamera" in der Kategorie "Bester Werbespot mit Prominenten" für den Spot "überraschung" der Veltins-Brauerei.

Am 17. Mai 2006 tritt Rudolf Assauer von seiner Position als Manager zurück, nachdem der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 ihn zuvor satzungsgemäß zur Sitzung mit dem TOP "Abberufung" eingeladen hatte.

Im März 2007 betritt Rudi Assauer im neuen Premiere-Fernsehformat "Sach et Rudi! - Die VELTINS-Reportage mit Rudi Assauer" neue berufliche Ufer.

Infos über "Rudi & Werner - Der Fußball-Talk"
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